DonGreek
Le maître de literature bordel

Wohnort: Hamburg
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! Schumannstraße 64, Angel Klein – Das Haus der hässlichen Münder
Sonne lässt bekanntlich die Säfte steigen, besonders die Maisonne. Fotos und Serviceangebot dieser jungen Dame ließen mich erwartungsvoll den Weg nach Winterhude antreten. Eine mir bisher unbekannte Adresse, in unmittelbarer Nachbarschaft der bekannten Humboldt-, Herder-, Gertigstraße und wie sie alle heißen. Vor der Haustür eine Riesenbaustelle, am Eingang und im Flur ein Pulk Handwerker. Und nun? Weiterziehen?
Kurz überlegt, und dann die folgenschwere KSF Entscheidung getroffen: Rein da! Die Kerle grinsen, einer wünscht viel Spaß. Es öffnet eine asiatische Liliputanerin, sehr klein, sehr zierlich, ziemlich unsympathisches Gesicht. Ich habe Fluchtgedanken, aber schon wieder das Grinsen der Handwerker ertragen? Nein! Ich bleibe. Sie will 100 Euro, für FN, GV und AV.
Das Bad ist eine unglaubliche Attacke auf das Immunsystem. Schmutzige Fliesen, triefnasse Bodenbelege. Kaum zu fassen, dass sich nach drei Tagen noch kein Fußpilz einstellen will. Canesten Spray zur Vorbeugung wirkt anscheinend Wunder. Beim Verlassen des Bades starrt mich die Kollegin aus dem Nebenzimmer an. Sie sitzt auf ihrem Bett wie ein Buddha. Das Gesicht ist aufgedunsen. Den gefühlten Mittelpunkt bildet ein schmallippiger Mund mit nach unten gezogenen Mundwinkeln. Ich grinse, schmettere ein fröhliches „Hallo!“ Ihre Mundwinkel bleiben, wo sie sind. Sie muss einst Horst Janssen Modell gestanden haben, oder war sie gar eine seiner Musen?
Wieder zurück in Angels Zimmer sehe ich wohl, dass sie eine recht ordentliche Figur hat, schlank und schmal. Wenn da nicht dieser leicht verschlagene Zug um den Mund wäre. Ich lege mich rücklings auf das Bett, schließe die Augen und denke an England. Sie berührt die Eichel, das Eichelchen vorsichtig mit der Zungenspitze, dann mit den Lippen, dann wieder mit der Zungenspitze, etwa zehn Mal abwechselnd. Pause, Handbetrieb. Das gleiche Spiel von vorn. Ich warte geduldig etwa fünf Minuten, dann mahne ich: „Jetzt nimm ihn doch bitte mal in den Mund!“
Sie schaut mich an, als hätte sie nichts verstanden. Und macht weiter, macht weiter beinahe nichts! Nun hieß es energischer werden:
„Kannst Du jetzt mal richtig BLASEN?“
„Langsam bitte! Warten, bitte!“
Warten? Worauf? Das Kollegin mit schiefes Mund kommt und zeigt, wie geht Französisch? Oder Freier von selbst einen hoch bekommt? Nö! Freier verliert Geduld und fordert „Nun nimm ihn endlich in den Mund!“ Das asiatische Eselchen erweist sich als sehr störrisch und reagiert gar nicht. Ach so, sie kann kein Deutsch. Außer vielleicht ein paar Zahlen, z.B. die Prima Zahl 100. Nachhilfe vom Don gefällig? Oh oh, ein Druck auf den Kopf in Richtung Schwanzspitze, und das Eselchen wird zum bockenden Maultier. Sie schlägt klatschend meine Hand weg, guckt besonders finster und stellt jede weitere Handlung ein. Ich fühle mich schlecht. Ich bin ein Schwein, ein mieses Schwein, das diesem armen Mädchen seinen schlappen Schwanz in den Mund schieben will. Mehr ließ die bisherige Handlung nicht zu, er blieb schlapp, ein Wunder, dass er nicht abfiel. Ich mutiere vom miesen Vergewaltigerschwein zum noch mieseren Zechpreller. Diesmal laut schimpfend fordere ich wieder die vereinbarten Leistungen. Die Taktik funktioniert. Sie springt auf und, oh Wunder, aus ihrem unschön geformten Mund quillt:
„Du jetzt gehen!“
„Ich will mein Geld zurück!“
„Nein, ich dich haben blasen!“
„WAS?! Das war Blasen? Du gar nix gearbeit auf das Baustell! Geld zurück!
Der letzte Satz war gebrüllt, und ein paar Meter wutbebende Körperlänge veranlassten sie, zögernd einen Fünfziger wieder herauszurücken. „Ich will alles zurück, 100 Euro!“ brüllte ich. Und tatsächlich rückte sie auch den zweiten Fünfziger wieder heraus. Siegestrunken ging ich mit den Scheinen in der Hand zum Stuhl, nahm meine Jacke und steckte die Scheine hinein. Wollte sie hineinstecken. Einer fiel dabei auf den Boden. Wie der Blitz schnellte die Cobra vor, packte den Schein und hielt ihn triumphierend in der Hand. Ich versuchte ihn ihr zu entreißen, aber sie ist nicht nur klein, sondern auch blitzschnell.
Nun gut, auf ein Handgemenge wollte ich es nicht ankommen lassen, trotz des Zornes war der Verstand nicht ausgeschaltet. So zog ich mich denn an, verließ die Siffbude, drückte mich an der feixenden Meute der Handwerker im Hausflur vorbei und konnte endlich tief durchatmen. Wenigstens ein halb volles Glas war gerettet.
Don Greek
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Such Dir Deinen Fluß. Du kannst viel von ihm lernen.
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